Börsig-Hover Forschung

Historisch denken, gegenwartsbezogen fragen

Dr. Magdalena Börsig-Hover vor einer alten Natursteinmauer

Meine wissenschaftliche Arbeit bewegt sich zwischen Geschichte, Philosophie, Theologie und Diplomatiegeschichte.

Mich interessieren nicht nur historische Ereignisse oder philosophische Texte als solche, sondern die dahinterliegende Frage nach den Bedingungen menschlicher Orientierung. Dabei verbindet sich die genaue Arbeit am historischen Detail mit einer systematischen Frage: Was bedeutet es, in einer Zeit des Umbruchs verantwortlich zu urteilen und zu handeln?

Der Forschungsbogen reicht vom europäischen Umbruch des 19. Jahrhunderts über die geistige Krisendiagnose des 20. Jahrhunderts bis zu den Orientierungsfragen des 21. Jahrhunderts. Im Zentrum steht die Frage, wie der Mensch in Zeiten tiefgreifender Veränderung Wirklichkeit deutet, Wahrheit prüft und zu verantwortlicher Entscheidung gelangt.

Das wissenschaftliche Profil verbindet historische Rekonstruktion, philosophische und theologische Ideengeschichte, Rezeptionsforschung und gegenwartsbezogene Reflexion. Die Vergangenheit wird nicht als abgeschlossener Gegenstand untersucht, sondern als Ort, an dem sich Fragen nach Person, Freiheit, Wahrheit, Verantwortung und Entscheidung exemplarisch beobachten lassen.

Veröffentlichungen sind überwiegend unter dem Namen Lina Börsig-Hover erschienen; „Lina“ ist die Rufnamenform von Magdalena.

Mein Weg

Mich haben Menschen immer interessiert: wie sie miteinander leben, wie sie Konflikte lösen und wie sich ihre Lebensbedingungen verbessern lassen.

Früh habe ich mich für Schwächere eingesetzt und in Konflikten vermittelt. Diese Haltung führte mich zum Studium der Sozialpädagogik und der Philosophie, mit den Nebenfächern Soziologie und Kommunikationswissenschaft. Philosophie habe ich zugleich an einer Universität und an einer Hochschule studiert, aus Leidenschaft für Erkenntnis und Forschung.

Dabei rückte ein Phänomen ins Zentrum, das mich bis heute begleitet: die Wirklichkeit. Was ich zunächst nur ahnen konnte, kann ich heute zunehmend begrifflich fassen. Diese Grundhaltung hat mir geholfen, ideologische Denkansätze zu erkennen, auch dort, wo Wissenschaft von Interessen geleitet wird.

Deshalb habe ich mich den großen Denkern der Epochen zugewandt, um an ihre Gedankenwelten anzuknüpfen und die geistesgeschichtlichen Wurzeln unmittelbar mit der Gegenwart zu verbinden. Dieser Weg ist nicht abgeschlossen.

Wissenschaftliche Tätigkeiten

  • Dozentin für Philosophie: Vorlesungen, Seminare und Übungen zu Anthropologie, Erkenntnistheorie, Ontologie, Metaphysik, mittelalterlicher Philosophie und Philosophiegeschichte der Gegenwart
  • Lehrbeauftragte für Philosophie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Salesianer Don Boscos, Benediktbeuern: Sprachphilosophie, Philosophiegeschichte der Gegenwart, Philosophie der Neuzeit, Religionsphilosophie
  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Jugendpastoral der PTH Benediktbeuern im befristeten Forschungsprojekt „Religion in der Jugendhilfe“
  • Forschungs- und Publikationsprojekt „Das Naturrecht in Europa“
  • Freie Mitarbeit an einem wissenschaftlichen Institut, Themenbereich Wirtschaft und Philosophie
  • Wissenschaftliche Referentin in der Studentenbildungsarbeit einer Stiftung in München sowie in der Erwachsenen- und Frauenbildungsarbeit an Akademien, Bildungswerken und Förderwerken im deutschsprachigen Raum
  • Selbständige Forschungsprojekte: Phänomenologie des 20. Jahrhunderts, Theorien des Bewusstseins, Verortung des 21. Jahrhunderts

Publikationen und Lehre und Vorträge

Von der Geschichte diplomatischer Wahrnehmung über Guardinis Deutung der Gegenwart bis zur digitalen Welt des 21. Jahrhunderts: eine Forschung über die Bedingungen menschlicher Orientierung, Wahrheitsfindung und verantwortlicher Entscheidung in Zeiten des Umbruchs.

Leitmotiv